• Karl'sWeinreise durch die Pfalz  (gefunden bei www.informatik.hu-berlin.de/~roch/Pfalz/Weinreise/...)
ist ein Comic-Held!
Als "Spätlesereiter" wurde er bekannt.
Die Geschichte von der Entdeckung der Spätlese im Jahre 1775 ist sein erstes 
Abenteuer gewesen.
Mittlerweile hat er bereits sechs Abenteuer erfolgreich bestanden und seinen Ruf als Comic-Held gefestigt.

Die Karl-Schöpfer Apitz und Kunkel erzählen Bildergeschichten, die entlang des Rheins vor dem historischen Hintergrund des ausgehenden 18. Jahrhunderts spielen.

Die Autoren arbeiten dabei auf humorvolle Art und Weise geschichtliche Ereignisse auf und vermitteln in der den Karl-Comics eigenen Synthese aus Wort und Bild Wissenswertes über Wein und Geschichte.

Comic-Held Karl steht in seiner Weinreise als Weinfachmann vor einer schwierigen Aufgabe. Im Auftrag des Mainzer Hofrates soll er durch die Weinregionen von Rheinland-Pfalz reisen. Seine Aufgabe ist es, aus allen sechs Weinbaugebieten, die in Rheinland-Pfalz liegen, einen Wein als den besten herauszufinden. Natürlich steht ihm Grandpatte, sein weinbegeisterter französischer Hund, beim Verkosten der vielen Weine hilfreich zur Seite.

Comic-Held Karl steht in seiner Weinreise als Weinfachmann vor einer schwierigen Aufgabe. Im Auftrag des Mainzer Hofrates soll er durch die Weinregionen von Rheinland-Pfalz reisen. Seine Aufgabe ist es, aus allen sechs Weinbaugebieten, die in Rheinland-Pfalz liegen, einen Wein als den besten herauszufinden. Natürlich steht ihm Grandpatte, sein weinbegeisterter franzö- sischer Hund, beim Verkosten der vielen Weine hilfreich zur Seite.


Im folgenden wird ein Teil aus "Karl - Weinreise" vorgestellt, genauer gesagt nur das Kapitel über die Pfalz. Selbstver- ständlich wird die Lösung der schwierigen Aufgabe nicht verraten. Der Text soll Lust machen, das ganze Buch lesen zu wollen und soll eine Vorstellung über die Karl-Comics geben. Die Bücher und Comics sind erhältlich beim KARL-Shop Hauptstraße 65a, 65396 Walluf.

Die Weinreise wurde herausgegeben im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz, von Michael Apitz gezeichnet und von Patrick Kunkel getextet. ...

"Karl's Weinreise ..." - Auszug aus dem Kapitel über die Pfalz...

"Zum Wohl. Die Pfalz!", begrüßte Karl das Weinland Pfalz, das sich vor ihnen ausbreitete. Entlang des Rheins, durchweg in einem respektvollen Abstand von einigen Kilometern zum Fluss, und zu Füßen des Pfälzer Waldes liegt das Rebenmeer der Pfalz. Die pfälzische Weinregion teilt sich in die nördlicher gelegene "Mittelhaart" und die "Südliche Weinstraße". "Hier stehen 100 Millionen Rebstöcke, Grandpatte, gut verteilt auf einen Weinstreifen von fünf bis zehn Kilometern Breite und 85 Kilometern Länge; und dieses Gebiet wollen wir durchqueren. Wir beginnen hier in Bockenheim und probieren uns durch die ganze Weinregion der Pfalz bis hinunter nach Schweigen; wir wollen aber auch das Zellertal, den nordwestlichen Zipfel der pfälzischen Weinregion, nicht auslassen. Da wandern wir jetzt zuerst hin. Im Grunde genommen ist die Pfalz eine breite Weinstraße, auf der wir in Richtung Süden fahren." "Quelle chance,... und wir tanken nur die gut´ Pfälzer Schoppen...´ frohlockte Grandpatte. Das, was Grandpatte an der Pfalz zunächst am besten gefiel, waren die großen Gläser. Er hatte schon von diesen großen Gläsern gehört; ein solches Glas fasst einen halben Liter und wird "Dubbeglas" genannt, weil es fünf Reihen kleiner Ausbuchtungen zieren, sogenannte "Dubbe". Zufrieden hatte Grandpatte beobachtet, dass Karl zwei dieser wunderbaren Dubbegläser kaufte: "Wischtisch ist bei eine Weinexperiment die rischtisch Ausrüstung...", und er leckte sich das Maul in Erwartung der vielen Pfälzer Weine, die auf ihn warteten. Kurze Zeit später passierten sie Grünstadt, die alte Residenzstadt der Grafen von Leiningen. Herxheim am Berg und Kallstadt waren die nächsten Stationen auf dieser Straße des Weins. Alle pfälzischen Weinorte einzeln zu erwähnen würden den Rahmen dieser kleinen Erzählung sprengen und uns zu wenig Zeit lassen, Karl bei der Suche nach dem besten Pfälzer Wein zu folgen und zu beobachten. Immer weiter ging die Reise, von einem Weindorf zum nächsten. Eingebettet zwischen den Weinbergen, laden sie ihre Gäste ein, die heimischen Weine zu verkosten. Grandpatte ging das alles viel zu schnell, und er begann sich zu wundern, warum Karl sich so wenig Zeit für die einzelnen Weine nahm, für die er aber immer lobende Worte fand. Als vor ihnen die Stadt Bad Dürkheim auftauchte, war es ausnahmsweise einmal Grandpatte, der merklich das Tempo erhöhte. Schon viel hatte er von dem weltberühmten und riesigen Bad Dürkheimer Weinfass gehört. Hier vermutete er das Eldorado aller Weinfreunde. Bald stand es vor ihnen, riesengroß, aber leer ... und Grandpatte konnte seine Enttäuschung darüber nicht verbergen, dass das Fass nicht, wie er erhofft hatte, bis zum Spunde mit Wein gefüllt war. 1.700.000 Liter Wein, das hätte er doch gerne einmal mit eigenen Augen gesehen. Karl konnte ihn aber vor Ort schnell mit einem Riesling vom nahe gelegenen Michelsberg trösten. Der Michelsberg ist für Bad Dürkheim von großer historischer und auch wirtschaftlicher Bedeutung. Die Wallfahrten zur Kapelle auf dem Michelsberg begründeten im späten Mittelalter den Michelsmarkt, aus dem sich ein Weinfest, der sogenannte "Derkhemer Worschtmarkt" entwickelt hat. "Der Wurstmarkt, das wird noch einmal ein großes Weinfest werden, Grandpatte. Da hättest Du sicherlich Deinen Spaß. Aber nicht nur hier beweist sich der Riesendurst der Pfälzer. Warte nur, bis wir nach Speyer kommen, da zeige ich Dir den Domnapf." Ein Domnapf - was das wohl war? Grandpatte war gespannt. "Wenn wir sehr viel Glück haben, dann ist vielleicht gerade ein neuer Bischof gewählt worden, der den Napf vor dem Dom für die gesamte Speyerer Bevölkerung mit gutem Pfälzer Wein gefüllt hat." Diese Worte Karls bremsten Grandpattes Euphorie merklich: "Nur eine klein' Napf für eine ganz' Stadt ... ?" Sie kamen nach Deidesheim. Karl blieb auf dem Platz vor dem weit über die Grenzen der Pfalz hinaus bekannten, alten Rathaus stehen. "Wir können nicht durch die Pfalz reisen, ohne dass Du einen Saumagen probierst, Grandpatte", sprach's und steuerte auf ein Gasthaus zu. "Du wirst sehen, er zergeht Dir besser auf Deiner Feinschmeckerzunge als sein etwas unfeiner Name." Der Saumagen schmeckte wirklich vorzüglich, der Wein auch, Grandpatte war hochzufrieden: "'ier es gepfälzt mir ...". Den nächsten Wein kosteten
sie in der größten Weinbau treibenden Gemeinde Deutschlands, in Neustadt an der Weinstraße. Karl bedauerte es ausnahmsweise, dass der Sommer noch nicht vorbei war. Denn erst Ende September werden in Neustadt alljährlich auf dem Deutschen Weinlesefest sowohl die pfälzische, als auch die deutsche Weinkönigin gewählt und gekrönt. Das hätte er gerne miterlebt. Karl und Grandpatte verließen Neustadt und wanderten unterhalb der Ruine des "Hambacher Schlosses", der Wiege der deutschen Demokratie, durch die Weinberge, als Karl plötzlich anhielt, sich zwischen einigen Rebzeilen am Wegesrand niederließ und damit begann, es sich gemütlich zu machen. Grandpatte schaute ihn fragend an, weit und breit war kein Winzer zu sehen, der ihnen einige pfälzische Weine hätte anbieten können. Auf einmal schien es Karl nicht mehr eilig zu haben, dabei hatten sie sich doch erst durch die Hälfte der Pfalz hin- durchprobiert. Was Grandpatte nicht wusste, war, dass sich Karl für die Pfalz etwas Besonderes ausgedacht hatte. Bei seiner Suche nach den besten Pfälzer Weinen wollte er sich die guten Geister der Pfalz zu Hilfe holen. Vergeblich versuchte Karl, dies Grandpatte zu erklärten. Da holte er zwei Dubbegläser und eine Flasche Pfälzer Wein aus dem Rucksack, schenkte die Gläser randvoll und forderte Grandpatte auf, das Glas zu leeren. Das war eine Aufforderung, die er sofort verstand. Schnell hatte er sein Glas geleert, ganz wie es ihm Karl aufgetragen hatte. So gefiel ihm die Pfalz! Karl lachte ihn an: "Na, Alter, so ist's richtig!" und er schenkte noch etwas nach - "zur Sicherheit!" - wie er betonte. Grandpatte war begeistert: "C'est vrai, ... rischtisch, sischer ist sischer!" Karl sah sich erwartungsvoll um und es dauerte auch nicht lange, bis auf einmal ein merkwürdiger Vogel ...

vor ihnen auftauchte, sich zu ihnen gesellte und Karl direkt ansprach: "Einem echten Weinfreund wie Dir, lieber Karl, dem erscheine ich gerne, auch wenn Du
- streng genommen - natürlich kein Pfälzer bist. Aber es geht doch schließlich um unseren Pfälzer Wein, den Du in Mainz den Gästen des Hofrates kredenzen sollst. Du siehst, dass eine Elwedritsche immer gut informiert ist", fügte der komische Vogel schmunzelnd hinzu, als er das erstaunte Gesicht Karls sah. Jetzt verstand Grandpatte, was hier passiert war. Von den Elwedritschen, den sagenhaften Vögeln der Pfalz, hatte ihm Karl schon einmal erzählt. Der Trunk aus dem Dubbeglas hatte einen dieser hilfsbereiten Vögel herbeigerufen. Die Elwedritsche machte keine unnötige Pause, sondern meinte weiter: "Viele Weine hast Du ja zusammen mit Grandpatte bereits verkostet und Dich von ihrer Qualität überzeugen können. Denke an
den Müller-Thurgau,
den Silvaner,
den Gewürztraminer, den Kerner, den Morio-Muskat. Und natürlich den Riesling, der den größten Anteil an der Rebfläche unserer Pfalz hat. Ich aber möchte Dir heute zu einem Burgunder raten, einem Grauen Burgunder. Die Burgunder werden bei uns in der Pfalz immer häufiger angebaut, unter uns gesagt, es sind auch tolle Weine. Eine Kiste dieses Weines ist schon auf dem Weg nach Mainz, Luftpost!" und die Elwedritsche lachte geisterhaft und schenkte Karl und Grandpatte die Gläser voll; die Flasche hielt sie plötzlich zwischen ihren Flügeln. "Zum Wohl, die Pfa...alz!", Karl stotterte ein wenig, die ganze Sache wurde ihm nun doch etwas unheimlich. Aber die folgende Unterhaltung war für Karl sehr interessant. Alle seine Fragen, beispielsweise zum Klima, zu den Bodenverhältnissen oder zu einzelnen Besonderheiten der Pfälzer Weine konnte ihm die Elwedritsche beantworten. Nur das richtige Zusammenspiel von Witterung, Böden und den geeigneten Rebsorten ermöglicht den Anbau von Reben, die gute Weine hervorbringen. Die Pfalz gehört zu den klimatisch besonders begünstigten Landstrichen in Mitteleuropa und damit zu den Regionen, die sich besonders gut für den Weinbau eignen. Nicht nur die Weinreben freuen sich über das milde Klima, sondern auch die vielen, herrlich blühenden Mandelbäume, die im Frühjahr viele Besucher von weither in die Pfalz locken. "So, die Flasche ist leer", stellte die Elwedritsche fest, "Zeit für mich, wieder zu verschwinden. Ich wünsche Euch noch eine abwechslungsreiche Reise und viel Freude an unseren Weinen." Bevor sich Karl noch bedanken konnte, war die Elwedritsche wieder verschwunden. Er sah sich um. Sie waren wieder alleine. Grandpatte, der der Elwedritsche die ganze Zeit fasziniert zugehört hatte, erhob sich umständlich, als Karl zu ihm sagte: "Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum Rhein und bis nach Speyer. Wenn wir dem Wein der Pfalz auf der Spur sind, dann müssen wir auch Speyer besuchen. Es wird Dir gefallen." Grandpatte folgte ihm neugierig. Die Sache mit dem Domnapf ließ ihm keine Ruhe ... In Speyer blieben sie vor dem Dom stehen. "Hier siehst Du den Domnapf, Grandpatte", und Karl musste innerlich lachen, als er bemerkte, wie überrascht Grandpatte war, als er die große steinerne Schale sah, die direkt vor dem Hauptportal mitten auf dem Domplatz stand. Der sogenannte Domnapf war gewissermaßen ein Grenzstein der den Hoheitsbezirk des Bischofs vom Hoheitsbezirk der freien Stadt Speyer trennte. Wenn ein neuer Bischof gewählt war, füllte dieser den Napf, aus dem dann alle Einwohner gemeinsam tranken, um diese Aufteilung der Einflussbereiche zu bekräftigen. Speyer ist, ebenso wie Mainz und Worms, eine historisch sehr bedeutende Stadt. Denkt man an Speyer, dann fallen einem der Dom und die deutschen Salierkaiser ein. Mit dem Bau des Doms begann der erste salische Kaiser Konrad I. im Jahre 1030. Der Dom St.Maria und St.Stephan, dessen hohe Türme weithin über das Land zu sehen sind, ist das größte Bauwerk der romanischen Epoche in Deutschland. In seiner Krypta befinden sich die Gräber von insgesamt acht deutschen Königen und Kaisern des Mittelalters. Nicht umsonst heißt Speyer auch die "Salierstadt". Grandpatte stand immer noch fasziniert vor dem Domnapf, als Karl nach einem kleinen Rundgang durch den Dom wieder ins Freie trat. "Jetzt gehen wir ins Museum und schauen uns eine Flasche Wein an!", rief Karl Grandpatte zu und lenkte seine Schritte zum Eingang des Historischen Museums der Pfalz. Dieser folgte kopfschüttelnd und dachte sich seinen Teil: "Jetz' ich verste', ... wenn die 'ier die Weinflasch stellen in die Museum, man muss sich nicht wundern, wenn die groß' Weinnapf ist leer." Die weingeschichtliche Abteilung des Museums birgt neben vielen anderen interessanten Exponaten eine Flasche, in der unter einer Schicht aus Harz und Öl noch heute römischer Wein schlummert. Diese Glasamphore stammt aus dem 3. Jahrhundert und wurde als Grabbeilage in einem Sarkophag bei Speyer gefunden. Das ist zwar erstaunlich, dachte sich Grandpatte, doch war ihm ein deutlich jüngerer und frischerer Pfälzer immer noch lieber. Und so war er froh, dass Karl nach diesem kleinen Abstecher in die Stadt Speyer und tief in die Geschichte der Pfalz beschloss: "Ich glaube, es wird Zeit, dass wir unsere Reise fortsetzen, die Südpfalz wartet auf uns!" Zurück in den Weinbergen unterhalb des Hambacher Schlosses, im Weindorf Maikammer, setzten Karl und Grandpatte ihre Weinreise durch die Pfalz fort. Im Städtchen Landau lud sie ein Winzer ein. Sein Angebot, gemeinsam eine kleine Kellerprobe zu machen, schlug Karl nicht aus. Die Qualität der Weine stimmte. Karl probierte ganz gezielt die Burgunderweine, egal ob weiß oder grau. Die Elwedritsche hatte recht gehabt. Daran hatte er allerdings auch nie ernsthaft gezweifelt. "Dieser Wein steht der Pfalz wirklich gut zu Gesicht", lobte er den Grauburgunder, den sie gerade gemeinsam verkosteten. Karl erinnerte sich daran, dass es schließlich auch einem Apotheker aus Speyer zu verdanken war, dass die Rebsorte überhaupt noch bewusst angebaut wurde. Johann Seeger Ruland hatte im Jahre 1711 in einem verwilderten Garten einige verwilderte Reben entdeckt und für ihre Verbreitung gesorgt. Schließlich erreichten Karl und Grandpatte Schweigen, nahe der französischen Grenze gelegen und unwiderruflich die südlichste Station auf ihrer Reiseroute. "Zum Wohl, die Pfalz und au revoir!", verabschiedete sich Grandpatte. ...