das Maß aller Dinge- 's "Pälzer Dubbeglas"
Wie auf dem entsprechenden Denkmal in Maikammer zu lesen, ist der fast schon legendäre Pfälzer Schoppen - jenes wohlgeformte Halblitergefäß, das manchem fröhlichen Zecher im Weinfestrausch schon zum Verhängnis wurde.
Ein wahres Kunstwerk unter den Schoppengläsern ist das "Dubbeglas", das von oben bis unten kleine Einbuchtungen besitzt, die besonders die Griffsicherheit erhöhen.
Der Schoppen hat zurückgehend auf die Zeit,
als die alte Kaiserstadt Speyer noch Regierungsmittelpunkt war, einen Inhalt von 0,5 Liter (genau 0,564 Liter).
Dem trinkfreudigen Pfälzer anderenorts für einen Schoppen nur 0,4 oder gar nur 0,2 Liter Inhalt anzubieten, ist fast schon eine "Todsünde". Man bedenke dabei auch die Tatsache, daß manche Arbeit früher in Naturalien bezahlt wurde und es in den Weinlanden schon doppelt wichtig war, dass das Schoppenmaß 0,5 Liter und nicht weniger betrug. Man sollte den Schoppen aber nicht mit einem Trollschoppen verwechseln, denn in diesem Fall erhält man ein Glas mit einer wohlschmeckenden Mischung aus Wein und Sekt...

• Die Gläserhandhabung der Pfälzer ...
... scheint für Außenstehende etwas befremdlich zu sein: Ein Schoppen ist dort ein halber Liter ! Das liegt zum einen am großen Durst der Pfälzer (der vielbeschworene Pfälzer "Dorscht"), zum anderen an der Geselligkeit der Bewohner dieses traumhaften Fleckens. Auf Weinfesten zieht der Schoppen (oft gefüllt mit Schorle) seine Kreise und geht von Hand zu Hand. Dazu gibt es speziell beschaffene Behältnisse: Weinstangen und Dubbegläser. Erstere sind einfache zylindrische Gefäße, letztere ein wahres Kunstwerk. Dubbegläser haben von oben bis unten Einbuchtungen, die besonders die Griffigkeit erhöhen. Aber man weiß ja: Das Auge trinkt mit und einem echten Weinkenner ist das Glas mindestens so wichtig wie der Wein....

• das wahre Kunstwerk!

Wer Wasser trinkt profan un schal,
Dem is es meischdens schnurzegal
Aus was des Gefäß is un wie dick,
Aus dem er nimmt sei schäle Schlick.
Doch unser Woi for Zung un Nas
Schmeckt´s beschte aus em Schoppeglas
Im Alderdum un Mittelalter
Hen in de Welt die Woiverwalter
de Woi in Becher gschenkt aus Stee.

Aus Ton un Ledder - ´s war nit schee!
In alter Zeit trinkt mer am Rhein
Sogar aus Hörner als de Woi.
Im Ausland gibt's noch heit den Brauch,
Daß mer de Woi trinkt aus em Schlauch
Na sagt emol, ehr liewe Leit,
Sin dann die Mensche do noch gscheit?
En Woi mit Geschmack un Art un Blumm
Aus Ledder trinke is doch dumm!
Do schmeckscht kee Frucht un riecht ken Duft,
Weil jed Aroma glatt verpufft!
Wer so de Wei(n) trinkt stillt - nit gscheit -
Als bloß sein Dorscht mit Flüssigkeit
Un merkt dann nie bei der Marott,
Was for e Gottesgab er hot!

En Wei, en guter un intakter
Is edel, spritzisch, hot Charakter.
Is wärzisch, vornehm, saftisch, rassisch,
Is kernig, nervisch, duftisch, klassisch!
Um des ze schmecke un ze rieche
Derf er sich in ken Schlauch verkrieche.
Dann hot er Farb so echt wie Gold,
Die wu mer aa bewunnre sollt.
O nee, for Aach un Zung un Nas
Schmeckt er am beschte aus em Glas!
Des hen die wackre Pälzer Leit
Gemerkt schun in de ältschte Zeit!

De Päzer leppert - ´s is sei Maß, -
De Riesling aus em Schoppeglas!
En "Schoppe", des is iwwerm Rhei
En Verdel-Liter bloß, o mei!
Mer Pälzer Landsleit un die Borscht
Hen vun Nadur en greeßre Dorscht.
E Pälzer Gorgel voller Pracht
Is nit for "Schöppelcher" gemacht
In´n "Pälzer Schoppe" links vum Rhei!
Do geht en halwe Liter nei!
E Pälzer Schoppeglas, e rechtes,
Des is e "Dubbeglas", e echtes!
Vun unne an de runde Kant
Bis owe an de Eichstrich-Rand

Sin runde Dubbe, wie zunn Spaaß
Verdäält ums ganze Schoppeglas.
Die Dubbe, die sin flach un griffisch,
Do find mer Halt beim Wei, beim siffisch.
Des Glas liegt gatting in de Hand
Un ritscht nit weg un in de Sand!
Un wann - falls mol dein Dorscht am greescht -
Des Glas in eem Zug leere detscht,
Die Dubbe wäreb de Garant,
Daß´s Glas sich feschtsaugt in die Hand
Un ´s erscht dann freigibt u(n)versehrt,
Wann´s ganz bis unne hi geleert!

Ken Bierkrugg-Henkel voll Gewalt
Gibt so en feschte, g'sunde Halt!
Un wann des Glas so vor der steht
Vun Sunnestrahle iwersät
Dann lacht´s un funkelt´s dorch die Dubbe,
Daß alle Gäscht sich missen stubbe:
"Betracht emol den Wei, wie schee,
Der strahlt wie en Karfunkelstee!"

De Dorscht, der macht erscht richtig Spaß
Hoscht so e Pälzer Dubbeglas!

Ein Schoppenglas ist entweder eine einfache Weinstange oder ein original
Pfälzer Dubbeglas.
Ersters ist ein einfaches, zylindrisches Gefäß, letzteres ein wahres Kunstwerk:
Es ist voller Einbuchtungen, die diesem Trinkgefäß eine besondere Griffigkeit verleihen. Es bewahrt den Pfälzer somit vor seiner größten Sorge:
Dass ihm sein Schoppenglas aus der Hand fallen könnte!

Der Pfälzer Schoppen
Für Aussenstehende ist die Handhabung der Trinkgefäße durch uns Pfälzer
etwas befremdlich. Also, bei uns ist ein Schoppen ein halber Liter!
Und das ist gut so, denn wir Pfälzer haben immer Durst und sind außerdem
sehr gesellig: Einen Schoppen trinkt man nicht alleine, das Glas macht seine
Runde und geht von Hand zu Hand. Und kreist so ein Schoppenglas erstmal,
dann erkennt auch der Fremde, dass dieses Behältnis eine gute Erfindung ist.
Frei nach dem Motto:
"Was annerscht wu ä Blumevas', dess iss bei uns ä Schoppeglas!"

Wir Pfälzer wissen:
De Dorscht, der macht erscht richtig Spaß,
hoscht so e Pälzer Dubbeglas!


Was viele nicht wissen ...
... ist, wie die Dubbegläser entstanden sind.
Der Ursprung liegt in Bad Dürkheim.
Die dortigen Adventsmetzger hatten auf
ihren traditionellen Schlachtfesten Probleme, die normalen glatten Gläser mit ihren
fettigen Händen festzuhalten.

Um die Griffigkeit zu erhöhen, entwickelten sie eine Idee: Die Gläser müssten eine konische Form und von oben bis unten Einbuchtungen für die Finger haben. Gesagt, getan, das Dubbeglas war erfunden.